Zur Erinnerung an das 225jhrige Wiegenfest

der lblichen Zunftgenossenschaft Schlins und Rns 1725 - 1950

 Zunft 1950 V1 001

 K. Maier, Fotograf, Nenzing

Gebet eines Handwerkers

Gebet eines Handwerkers

Lehre mich, Herr, die Zeit gut zu gebrauchen, die du mir gibst, um ttig zu sein.

Lehre mich, sie gut zu verwenden, ohne etwas davon zu verlieren.

Lehre mich, aus meinen Fehlern zu lernen, ohne da ich in qulende Schuldgefhle verfalle.

Lehre mich, mir mein Werk vorzustellen, ohne mich zu krnken, wenn ich nicht das bekomme, was ich will.

Herr, in aller Arbeit meiner Hnde, la etwas von Deiner Gnade und Anmut als Zeichen fr die anderen.

Herr, la mich nie vergessen, da alles Wissen nichtig ist, wenn nicht auch gearbeitet wird,
da alle Arbeit leer ist, die nicht mit Liebe geschieht und
da alle Liebe hohl ist, die mich nicht mit mir, mit den anderen und mit Dir, mein Herr, verbindet.

Erinnere mich, da die Arbeit meiner Hnde Dir gehrt und da es mir zusteht, sie Dir zurckzugeben.

Erinnere mich, da wenn ich sie um des Profits wegen mache, ich verfaulen werde wie eine vergessene Frucht im Herbst.

Erinnere mich, da wenn ich sie mache, um anderen zu gefallen, ich verwelken werde wie eine Blume am Abend.

Aber wenn ich sie mache aus Liebe zum Guten, werde ich im Guten bleiben.

Und die Zeit, Gutes zu Deiner Ehre zu tun,

ist JETZT.

Ein Zunftrckblick

zusammengestellt am 04.11.1991 

von Archivar Burkhard Mhr

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Kleine Zunftgeschichte

Schlins im Jnner 1994

Wenn man die Geschichte der Handwerkerzunft Schlins-Rns betrachtet, so kann man von drei groen Abschnitten sprechen dem Zeitraum von der Grndung 1725 bis 1883, dem Zeitraum 1900 bis 1950, ber den wir leider keine Aufzeichnungen mehr besitzen, und dem Zeitraum von 1950 bis heute.

1725 wurde die Handwerkerzunft Schlins-Rns aus der Handwerkerzunft der Jagdberggemeinden mit Sitz in Satteins herausgelst. Die Handwerkerzunft hatte neben ihrer offiziellen Aufgabe der Regelung des Gewerbewesens im rtlichen Bereich also Aufgaben, die heute teilweise mit denen von Innungen und Handelskammer vergleichbar sind jhrlich einen Zunftjahrtag abzuhalten, verbunden mit einem Gottesdienst fr die verstorbenen und lebenden Mitglieder der Zunft. Dieser Tag wurde seit der Grndung 1725 bis einschlielich 1974traditionsgem am ersten Montag nach Dreiknig abgehaalten. Ab 1975 wurde der Zunfttag auf Samstag (nach Dreiknig) verlegt, damit es allen Mitgliedern mglich ist, daran teilzunehmen. Nach dem Gottesdienst traf man sich in der Zunftherberge zur allgemeinen Aussprache bzw. zur Vollversammlung. Die Zunftherberge war bis 1875 im Gasthaus Krone und wechselte dann ins Gasthaus Hirschen in Schlins.

Mit der neuen Gewerbeordnung, die 1883 in Kraft trat, verlor die Handwerkerzunft ihre offizielle Aufgabenstellung und ist seither mehr der Tradition und dem Gemeinsinn verbunden. Zunftmeister Robert Begle schreibt in seinem Vorwort im Protokollbuch: Der Handwerker- und Gewerbezunft kommt die Aufgabe zu, den Zunftgeist zu pflegen, die handwerkliche Facharbeit zu frdern, damit das Handwerk, wie es frher der Fall war, erneut der eigentliche Trger der Volkskultur werde.

Leider sind in den Wirren der beiden Weltkriege alle Aufzeichnungen ber die Ttigkeiten der Zunft von 1900 bis 1950 und auch die Zunftlade verlorengegangen; doch ber den Zeitraum davor existieren noch einige Bcher und Schriften, die heute im Landesarchiv aufbewahrt werden. Aus mndlicher berlieferung wissen wir, dass beherzte ltere Handwerker auch in den Kriegs- und Rezessionsjahren traditionsgem den Zunftjahrtag abhielten.

Das erste Protokoll nach dem Zweiten Weltkrieg stammt aus dem Jahre 1950 und gibt wieder Aufschluss ber die Ttigkeiten der Handwerker- und Gewerbezunft Schlins-Rns.

Es werden alle neuen Mitglieder aufgeschrieben, der im jeweiligen Zunftjahr verstorbenen Mitglieder wird gedacht, aber auch kleine Episoden und Besonderheiten finden Erwhnung. So kann man nachlesen, dass 1962 Johann Barwart mit 92 Jahren seine 75-jhrige Mitgliedschaft feierte.

Hier sollten nun auch die fnf Zunftmeister genannt sein, die seit 1950 an der Spitze standen und das Zunftwesen frderten: Urban Mller, Metzgermeister (1950-53), Robert Begle, Bckermeister (1953-63), Bernhard Hartmann, Schreinermeister (1963-69), Anton Bhel, Schlossermeister (1969-75), Engelbert Ott, Schneidermeister (ab 1975).

Doch die Handwerkerzunft lebt nicht nur von der Traditionspflege und vom Feiern. So ist es immer wieder gelungen, namhafte Referenten fr die Zunftversammlung zu gewinnen. Deren Themen haben heute ihren aktuellen Stellenwert.

1962 referierte Innungssekretr Gmeiner von der Handelskammer ber die Entstehung der Handwerkerznfte und ihren strengen Bestimmungen bei der Ausbildung von Lehrlingen bis zum Meister und zog Vergleiche mit der heutigen Entwicklung des Handwerkes.

1977 zeigt der Geschftsfhrer der Sektion Gewerbe Herr Dr. Hofer in seinen Ausfhrungen die Bedeutung des Handwerks in der Vergangenheit und Gegenwart auf und weist auf die Wichtigkeit eines starken Gewerbe- und Mittelstandes fr unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur hin. Im Protokoll der Zunftversammlung von 1963 spricht Dr. Hofer bereits ber die Bedeutung der kleinen und mittleren Gewerbebetriebe in der Gegenwart und der nahen Zukunft. Weiters ber die bisherige Entwicklung der EWG und EFTA unter Bercksichtigung der neutralen EFTA Mitglieder, besonders sterreichs, sowie ber das Forderungsprogramm, welches das Gewerbe an die Bundesregierung erhob im Hinblick auf die zu erwartende europische Integration!

Zu den wichtigen Ereignissen der Zunft gehrt auch die Einweihung der neuen Zunftlade im Jahre 1980, wodurch nach vielen Jahren ein groer Wunsch der Znftler nicht zuletzt durch den Einsatz und die Spendenfreudigkeit einiger Mitglieder in Erfllung gegangen ist.

Ein Zeichen einer intakten Gemeinschaft ist immer die gute Entwicklung deren Mitgliederzahl. So waren 1964 noch 99 Mitglieder, erhhte sich deren Zahl bis 1974 auf 128 und verdoppelte sich bis 1990 auf 197 Mitglieder.

1991 prsentierten sich die Gewerbetreibenden anlsslich des Feuerwehrfestes in einer kleinen Ausstellung, die sehr groen Anklang bei der Bevlkerung fand. Die Ausstellungsstcke waren gleichzeitig Preisspenden fr das Zunftquiz auf dem Fest. Mit dem ansehnlichen Erlskonnte ein kleines Auto fr den Krankenpflegeverein mitfinanziert werden.

Ein langersehnter Wunsch und Forderung vieler Zunftmitglieder war eine Zunftfahne, die das Symbol der Zusammengehrigkeit sein sollte. 1993 wurde auf der Jahreshauptversammlung beschlossen eine Fahne anzuschaffen. Der Zunftausschuss whlte aus verschiedenen Entwrfen den Vorschlag von Furioso (Roland Ott) aus. Dieser zeigt auf der einen Seite das Gemeindewappen von Schlins und Rns sowie die Zunftzeichen mit den Jahreszahlen 1725 und 1994. Die Rckseite zeigt einen Wagner bei der Arbeit, einen Berufsstand, der sehr alt ist und fr die Entwicklung der Wirtschaft von hoher Bedeutung war. Weiters sieht man zwei Hnde, die ein Rad halten. Die Gedanken des Knstlers Es wird sich ewig drehen, das Rad, das da einer schuf. Die Zeit bleibt nicht stehen runden die Darstellung ab. Furioso schreibt in der Einladung zur Fahnenweihe: Das Rad begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden und findet  in den verschiedensten Handwerksberufen seine Verwendung. Die Hand sehe ich als Zeichen menschlichen Werkens, und dass trotz der krperlichen Erleichterung durch den technischen Fortschritt immer der Mensch mit seinen Hnden das wichtigste Gut im Arbeitsleben sein soll.

Am 8.1.1994 wurde die Fahne  in der Pfarrkirche im Beisein verschiedener Fahnenabordnungen der rtlichen Vereine und der umliegenden Znfte und unter Mitwirkung des Kirchenchores von Pfarrer Theo Fritsch feierlich  eingeweiht. Das vielleicht nicht immer ganz so leichte Ehrenamt der Fahnenpatin bernahm Begle Isabell. Bei der anschlieenden Feier im Wiesenbachsaal hielt Landeshauptmann Dr. Martin Purtscher die Festrede. Fr  die Wirtschaftskammer sprach Vizeprsident Kommerzialrat  Ing. Georg Ludescher. Der Brgermeister der Gemeinde Schlins Mag. Karlheinz Galehr und der Brgermeister der Gemeinde Rns Anton Gohm berbrachten Gratulationen und Gre aus den Gemeinden. Der Gesangverein Eintracht Schlins-Rns und die Gemeindemusik Schlins umrahmten dieses Fest, das ein Fest der ganzen Dorfgemeinschaft, ein Fest unter Freunden war.

Der Abend gehrte dann wieder dem alljhrlich stattfindenden Zunftball, bei dem dieser besondere Tag einen gebhrenden Ausklang fand.

 

Burkhard Mhr - Archivar

Zunftgeschichte der Handwerkerzunft

1725 wurde die Handwerkerzunft SCHLINS-Rns aus der Handwerkerzunft der Jagdberggemeinden mit Sitz in Satteins herausgelst. Die Handwerkerzunft hatte neben ihren offiziellen Aufgaben der Regelung des Gewerbes im rtlichen Bereich also Aufgaben, die heute teilweise mit denen von Innung und Wirtschaftskammer vergleichbar sind jhrlich einen Zunfttag abzuhalten, verbunden mit einem Gottesdienst fr die verstorbenen und lebenden Mitglieder der Zunft.

Dieser Tag wurde seit der Grndung 1725 bis einschlielich 1974 traditionsgem am ersten Montag nach Dreiknig abgehalten. Ab 1975 wurde der Zunfttag auf den ersten Samstag nach Dreiknig verlegt damit es allen Mitgliedern mglich ist am Zunfttag teilzunehmen. Der Zunfttag wurde mit dem Zunftgottesdienst begonnen, danach traf man sich in der Zunftherberge zur Aussprache bzw. zur Vollversammlung. Die Zunftherberge unserer Zunft war bis 1875 das Gasthaus Krone und wechselte dann ins Gasthaus Hirschen in Schlins.

 Mit der neuen Gewerbeordnung die 1883 in Kraft trat verlor die Handwerkerzunft ihre offizielle Aufgabenstellung und ist seither mehr der Tradition und dem Gemeinsinn verbunden.

 Mit der Besichtigung von Betrieben in unserer Gemeinde will die Handwerkerzunft Ihren Mitglieder die verschiedenen Berufe nher bringen und das Kaufverhalten auf unsere Region zu bewerben,

Weitere Veranstaltungen sind Wanderungen zu denen die Zunftmitglieder mit Ihren Familien eingeladen werden.

 Leider sind in den Wirren der beiden Weltkriege alle Aufzeichnungen ber die Ttigkeiten der Zunft von 1900 bis 1950 wie auch die Zunftlade verloren gegangen, doch ber den Zeitraum davor existieren noch einige Bcher und Schriften die heute im Landesarchiv aufbewahrt werden.

 

Josef Mhr, Zunftmeister der Handwerkerzunft Schlins-Rns